16. Dezember 2020

3 Fragen an Louisa Dieckmeyer, Bauleitplanung und Klimaschutzmanagement Bad Rothenfelde, Ansprechpartnerin für die Dorfentwicklung Dissen – Bad Rothenfelde

1. Was sind Ihre Aufgaben als Koordinatorin der Dorfentwicklung vor Ort?

In erster Linie bin ich die Ansprechpartnerin für die Bürger*innen seitens der Kommune. Außerdem stehe ich in engem Kontakt mit den beteiligten Planern. Man könnte also sagen: Ich bin der Dreh- und Angelpunkt und sorge dafür, dass alle Beteiligten immer auf einem Stand sind. Dadurch, dass die Dorfregion aus zwei Kommunen besteht, tausche ich mich selbstverständlich auch regelmäßig mit meiner Kollegin aus Dissen aus.

Allerdings werde ich die Gemeinde Bad Rothenfelde zum Ende des Jahres verlassen. Die Einwohner*innen müssen sich aber keine Sorgen um das Fortschreiten der Dorfentwicklung machen. Mit Günter Rolf, dem Bauamtsleiter der Gemeinde Bad Rothenfelde, der meinen Aufgabenbereich dann zunächst übernehmen wird, haben sie weiterhin einen verlässlichen Ansprechpartner vor Ort. Die bisherige Mitarbeit an der Dorfentwicklung hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich konnte wertvolle Erfahrungen sammeln.

 

2. Was hat Sie trotz der Corona-Situation, bei denen physische Treffen in der Anfangsphase kaum möglich sind, aktuell im Planungsprozess am meisten begeistert?

Ganz klar die Beteiligung! Das schönste war für mich zu erleben, dass sich viele verschiedene Akteure am Prozess beteiligt haben – Einzelpersonen, Landwirte aber auch Vereine. Interessant ist, dass viele Bürger*innen sich nicht trotz, sondern gerade wegen Corona aktiv in den Prozess einbringen wollen. Auch die digitale Plattform kommt super an und ist wirklich eine gute Alternative zu herkömmlichen Beteiligungsformaten. So können wir Gruppen erreichen, die an einer Präsenzveranstaltung vielleicht nicht teilgenommen hätten. Durch die Online-Beteiligung haben wir also eine niedrigschwellige Möglichkeit für alle geschaffen, Teil der Dorfentwicklung zu sein.

 

3. Was wünschen Sie sich für die Dorfentwicklung?

Der Dorfentwicklungsplan, der künftig entsteht, wird den Kommunen dabei helfen, bestimmte Entscheidungen anhand einer gemeinsamen Strategie zu treffen – und zwar auch im Sinne der Einwohner*innen. Auch deshalb ist der Prozess so wertvoll für die Kommunen: Durch die gezielte Beteiligung können wir genau hinhören, welche Anliegen die Bürger*innen haben und was sie sich für die Zukunft ihrer Heimat wünschen. Daraus entsteht ein Handlungsleitfaden, den alle gerne mittragen. Selbstverständlich haben Einwohner*innen und Vereine im späteren Verlauf auch Chancen auf Fördermittel, um seit längerem geplante Projekte damit endlich umzusetzen. Die Zusammenarbeit zwischen Dissen und Bad Rothenfelde kann in der Dorfentwicklung wichtige Synergien schaffen, die sowohl aus gemeinsamen als auch aus individuellen Projekten entstehen können – ein Gewinn für alle Beteiligten.