16. Februar 2021

Dorfentwicklung trotzt Corona

Rege Bürgerbeteiligung / Bürgermeister aus Dissen aTW und Bad Rothenfelde ziehen Zwischenbilanz

Als im Sommer 2020 der Startschuss zur Dorfentwicklung in Dissen und Bad Rothenfelde fiel, war aufgrund der akuten Corona-Krise bereits klar: Die Bürgerbeteiligung – fester Bestandteil jeder Dorfentwicklung – würde eine besondere Herausforderung darstellen. Doch beide Orte verfügten bereits über Zukunftskonzepte, die unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger entstanden waren. Auf Basis dieser Konzepte machten sich die Kommunen gemeinsam auf den Weg. Für die dennoch ebenso gewünschte wie notwendige Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern wurde auf Online-Formate gesetzt. Welche Bilanz ziehen die Bürgermeister Eugen Görlitz und Klaus Rehkämper nach einem guten halben Jahr?

Herr Görlitz, Dorfentwicklung in Zeiten von Corona – wie hat es bisher geklappt?

Eugen Görlitz: Auf den Punkt gebracht: Es hat gut geklappt. Wir sind mit dem Prozessverlauf und den Ergebnissen sehr zufrieden. Es war wichtig, den Prozess auf den vorhandenen Konzepten, Planungen und Strategien aufzusetzen. Durch dieses Vorgehen wurden die bereits in öffentlichen Verfahren mit den Einwohner*innen erarbeiteten und vorliegenden Strategien der Kommunen für die Dorfentwicklung berücksichtigt, ausgewertet und zusammengeführt. Dass ein solcher Prozess, der von Begegnung und Austausch lebt, auch so gut wie ohne persönliche Treffen funktioniert, ist für uns eine positive Erfahrung. Und dass die gewählten Online-Formate so gute Resonanz gefunden haben, zeigt, wie wichtig unseren Bürger*innen die Zukunft unserer Kommunen ist. Wir haben dadurch sicherlich auch Menschen erreicht, die sich an klassischen Arbeitskreisen möglicherweise nicht beteiligt hätten. Die geplante Ortsversammlung in Dissen aTW wurde durch die Online-Umfrage „Du für Dissen“ ersetzt: Die darin gewonnenen Erkenntnisse zu den Besonderheiten und Zukunftsaufgaben unserer Stadt fließen in die Gesamtstrategie der Dorfentwicklung ein.

Herr Rehkämper, welche Instrumente haben sich aus Ihrer Sicht besonders bewährt?

Klaus Rehkämper: Die kommunikative „Drehscheibe“ unserer Dorfentwicklung ist die Internetseite diro.pro-dorfentwicklung.de: Diese Beteiligungsplattform wurde eigens für die Dorfentwicklung eingerichtet und verzeichnet eine gute Beteiligung der Bürger*innen aus beiden Kommunen. Ein Großteil des Prozesses lief über diese Internetseite und weitere Online-Formate. Sie ist ein gutes Instrument, um trotz der Kontaktbeschränkungen weiter an unserer Zukunftsvision der Dorfregion zu arbeiten. Hier werden die Einwohner*innen regelmäßig über den aktuellen Stand der Dorfentwicklung informiert. Aber noch viel wichtiger ist, dass sie sich jederzeit beteiligen können, in dem sie Projektideen vorschlagen und mit „Herzen“ unterstützen können. Die Plattform ermöglicht es uns, mit den Menschen in Kontakt zu bleiben und den Prozess so auch ohne persönliche Begegnung im Sinne der Bürger*innen weiterzuführen.

Wie geht der Prozess weiter? Was sind die nächsten Schritte?

Klaus Rehkämper: Die aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen werden uns voraussichtlich noch für Wochen begleiten. Deswegen werden wir weiterhin auch auf digitale Beteiligungsformate setzen. Darüber hinaus gilt es, Formate zu entwickeln, wie die Bürgerinnen und Bürger auch analog angesprochen, erreicht und motiviert werden können, sich weiter einzubringen. Die Dorfentwicklung lebt vom Austausch mit den Menschen aus Dissen aTW und Bad Rothenfelde.

Eugen Görlitz: Ich bin da sehr zuversichtlich: Wir sind im Sommer 2020 gestartet und standen von Beginn an unter dem Einfluss der Pandemie. Seither haben wir diese Situation gut gemeistert und das wird auch in Zukunft so sein. Aus Rücksicht auf unsere Einwohner*innen in der Dorfregion haben wir uns bewusst gegen persönliche Begegnungen entschieden und geplante Veranstaltungen vorerst verschoben, denn für uns hat die Gesundheit höchste Priorität.

Was bedeutet das für den weiteren Weg zum Dorfentwicklungsplan?

Eugen Görlitz: Wir stehen vor der Herausforderung den Prozess immer wieder neu auszurichten, um alle Vorgaben des Landes erfüllen zu können. Für dieses Jahr haben wir uns das Ziel gesetzt, trotz der aktuellen Planungsunsicherheiten aufgrund der Corona-Pandemie den Planungsprozess der Dorfentwicklung abzuschließen um dann anschließend hoffentlich zeitnah in die Umsetzung zu starten. 

Klaus Rehkämper: Um dieses Ziel zu erreichen, prüfen wir, ob und wie zeitnah analoge oder digitale Veranstaltungen stattfinden können. In welcher Form auch immer diese Bürgerbeteiligung durchgeführt werden wird, sind wir sicher, auf unsere Bürger*innen zählen zu können. Weiterhin gilt: Ihr Engagement ist außerordentlich wichtig, um den gemeinsam eingeschlagenen Weg fortsetzen und uns dann gemeinsam über den fertigen Dorfentwicklungsplan wie auch die ersten realisierten Projekte freuen zu können.