Stärkung des ländlichen Raumes

Was einmal die „Dorferneuerung“ war, ist heute die „Dorfentwicklung“ – und das Förderinstrument geht dabei neue strategische und kommunikative Wege! Die Stadt Dissen aTW und die Gemeinde Bad Rothenfelde sind im März 2020 als Dorfregion in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen worden. Aktuell sind mit den neu aufgenommenen Dorfregionen nun 258 Dorfentwicklungsverfahren mit insgesamt 796 Dörfern in dem Programm, das eines der zentralen Förderinstrumente für die ländlichen Räume ist.

Die Dorfentwicklung hat das Ziel, den dörflichen Charakter einer Region zu erhalten. Außerdem will das Förderprogramm das innerörtliche Gemeinschaftsleben stärken und Impulse geben, um das dörfliche Umfeld zu verbessern. Zu diesem Zweck werden eine Vielzahl von Projekten gefördert, zum Beispiel die Gestaltung von Wegen und Plätzen, Hochwasserschutzmaßnahmen, die Schaffung, Erhaltung und Verbesserung von Basisdienstleistungen oder Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Senioren. Welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen, ergeben sich aus den Handlungsfeldern des Dorfentwicklungsplans, der von den Einwohnerinnen und Einwohnern der Dorfregion Dissen – Bad Rothenfelde erarbeitet werden muss.

Hier weitere Infos des Landes Niedersachsen zur Dorfentwicklung:
www.arl-we.niedersachsen.de

 

3 Fragen an… Uwe-Heinz Bendig, Dezernatsteilleiter beim Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, Geschäftsstelle Osnabrück

Herr Bendig, warum sollen sich Dorfregionen auf den Weg der Dorfentwicklung machen? Was haben sie davon?

Der ländliche Raum und alle, die hier leben und wirtschaften, stehen in einem Wandel, der mit großen Herausforderungen verbunden ist: Was geschieht mit leerstehenden, landwirtschaftlichen Gebäuden? Wie können Dorfgemeinschaften verhindern, dass die das Ortsbild prägende Bausubstanz verloren geht? Wie müssen wir zukünftig Mobilität sicherstellen und: Wie können Basisdienstleistungen und Nahversorgung gesichert werden? Das alles sind typische Fragen, auf die ein Dorfentwicklungsplan Antworten gibt: Er dient den Gemeinden als verständliche Entscheidungshilfe, um die Weichen in Richtung Zukunft richtig – und das heißt auch: im Sinne der Bürgerinnen und Bürger – zu stellen. Ganz bewusst sieht die Dorfentwicklung anders als die frühere Dorferneuerung die Förderung nicht einzelner Dörfer, sondern von Dorfregionen vor: Dorfübergreifende Angebote und Synergien sollen gestärkt werden. Nicht zuletzt stellt der Dorfentwicklungsplan die Basis für die bis zu acht Jahre dauernde Umsetzungsphase und damit den Zugang zu den Fördergeldern dar. 

Also ist ein Dorfentwicklungsplan die Zukunftsstrategie einer Dorfregion. Welche Ziele sind damit verknüpft?

Möglicherweise ist er noch mehr als eine Strategie: Ein örtliches Regiebuch zum Beispiel, das das Gemeinschaftsgefühl stärkt und allen Entscheidern eine klare Orientierung gibt. Die Ziele, die eine Dorfregion für sich erreichen möchte, sind breit gefächert. Grundsätzlich aber zielt die Dorfentwicklung darauf ab, den dörflichen Charakter zu erhalten, das dörfliche Umfeld zu verbessern und der Dorfgemeinschaft neue Impulse zu geben. Deshalb ist auch die Bandbreite der Maßnahmen, die gefördert werden können, groß: Sie können der Verbesserung des innerörtlichen Verkehrs dienen oder der Gestaltung von Wegen und Plätzen. Um- und Nachnutzungsprojekte sind ebenso möglich wie Beiträge zum Hochwasserschutz, Erhalt und Verbesserung der Nahversorgung sowie die Förderung von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche oder Senioren.

Was genau müssen die Dörfer im Rahmen der Dorfentwicklung tun?

Zunächst einmal müssen sie ihre Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm beantragen. Liegt der positive Bescheid vor, wie aktuell in Dissen/Bad Rothenfelde, erarbeiten sie in einem mehrmonatigen Prozess unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und begleitet von einem externen Büro, den Dorfentwicklungsplan. Nach Anerkennung des Plans durch das Land Niedersachsen beginnt die Umsetzungsphase. Von da an können Gemeinden, Vereine und Privatpersonen ihre Projekte beantragen, die immer dann Aussicht auf Bewilligung eines Förderzuschusses haben, wenn sie den Zielen des Dorfentwicklungsplanes entsprechen.

Erster Ansprechpartner aus dem Amt für regionale Landesentwicklung für die Dorfregion Dissen/Bad Rothenfelde ist Christian Klein.

Kontakt

Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) steht der Dorfregion Dissen - Bad Rothenfelde beratend zur Seite. Christian Klein begleitet den Prozess als behördlicher Vertreter des ArL und ist gleichzeitig Experte für Fördermittel und Förderanträge.

Für Fragen, Anregungen und Ideen erreicht ihr Christian Klein unter nebenstehenden Kontaktdaten:

CHRISTIAN KLEIN

  • Amt für regionale Landesentwicklung, Osnabrück

  • 0541 – 50 34 73

  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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